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CATALUNYA_1.2. Soziohistorischer Hintergrund Kataloniens

Von Mariarosa Pellicer Palacín
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Español / Spanisch

Der Ursprung Kataloniens

Wir glauben, dass man ein Land, seine Menschen und seine Kultur nicht wirklich verstehen kann, ohne den soziohistorischen Hintergrund zu kennen. Deswegen wird es uns freuen, wenn Ihnen diese Annäherung zur Vergangenheit Kataloniens hilft, die dortigen Konflikte besser nachzuvollziehen.

Katalonien entstand aus der Verbindung verschiedener Grafschaften, die sich im Gebiet der Spanischen Mark ab Ende des 8. Jahrhunderts bildeten.

Die Spanische Mark war eine Schutzzone des Frankenreichs in der Pyrenäenregion, um sich vor Einfällen von Al-Andalus zu schützen. Al-Andalus hatte eine ähnliche Schutzzone – die „Marca Superior“ –, um sich vor Invasionen aus dem Norden zu sichern. Al-Andalus war das Gebiet der Iberischen Halbinsel unter arabischer Herrschaft. In der Geschichte dieser Periode bleiben noch viele Punkte im Dunkeln. Möglicherweise entsprachen die Grafschaften dieses Gebiets den früheren Abgrenzungen der iberischen Stämme.

Im Laufe des 9. und 10. Jahrhunderts reduzierten die Grafschaften der Spanischen Mark ihre Abhängigkeit vom Karolingerreich und wurden zunehmend autonom. Nach und nach verband sich die Grafschaft von Barcelona mit einigen benachbarten Grafschaften – bzw. annektierte sie sie. Der Titel des Grafen von Barcelona war mit dem eines Königs gleichwertig. Heute noch trägt ihn der König von Spanien, Philipp der VI., der auch Graf von Barcelona ist.

Auf die gleiche Weise erweiterte sich das Königreich von Aragonien – ursprünglich nur aus den Grafschaften Aragonien, Sobrarbe und Ribagorza zusammengesetzt – mit der Allianz oder Annexion benachbarter Grafschaften oder Gebiete.

Die Verbindung der Grafschaft von Barcelona mit dem Königreich von Aragonien durch Eheschließung im 12. Jahrhundert entwickelte sich zu einer Föderation von Staaten. Nach weiteren Allianzen der Grafschaft von Barcelona mit benachbarten katalanischen Grafschaften erhielten sie den Namen Fürstentum von Katalonien. Seinerseits nannten sich die aragonesischen und katalanischen Gebiete mit der Zeit Krone von Aragonien. Diese Allianz expandierte stark gen Süden und Mittelmeer und integrierte die Königreiche Mallorca, Valencia, Sizilien, Sardinien, Korsika und Neapel sowie weitere Gebiete im Mittelmeerraum.


Allmählicher Verlust der Rechte Kataloniens

Selbst in der Zeit ihrer Zugehörigkeit zu der Krone von Aragonien erlitt Katalonien Druck auf die katalanische Sprache z.B. unter der Herrschaft von Alfons der Großmütige in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Der Druck erhöhte sich nach der Allianz der Krone von Aragonien mit der Krone von Kastilien im Jahre 1479 unter den Katholischen Königen. Diese Union blieb jedoch weiterhin föderalistisch.

Im 17. Jahrhundert, während des 30-jährigen Krieges zwischen Spanien und Frankreich, begann in Katalonien der Krieg „Guerra dels Segadors“ – Rebellion der katalanischen Bauer gegen den Absolutismus der Monarchie und die Behandlung seitens der Truppen aus Kastilien und Italien – später auch aus Frankreich –, die in ihrem Gebiet stationiert waren. Die katalanische Nationalhymne, „Els segadors“, ehrt diesen Bauernkrieg.

Nach langem Kampf unterzeichneten Spanien und Frankreich im Jahre 1659 den Pyrenäenfrieden und legten die Pyrenäen als die Grenze zwischen beiden Staaten fest. Dadurch bekam Frankreich einen Teil Kataloniens. Frankreich brach später die Bedingungen des Abkommens und verbot unter starkem Druck die Verwendung des Katalanischen in seinem Land.

Der 11. September 1714 ist ein zentrales Datum in der Geschichte Kataloniens. Der Konflikt hatte im Hintergrund den Erbfolgekrieg der spanischen Krone, ausgelöst zwischen den Anhängern von Philipp von Bourbon und Karl von Österreich. Die Staaten der Krone von Aragonien unterstützten den Erzherzog Karl, der besiegt wurde. Mit dem Sieg von Philipp den V. von Bourbon erlitten, die Staaten, die dem Österreicher unterstützt hatten, eine Einschränkung ihrer Rechte.

Diese Gebiete jedoch widerstanden und nach langen Kämpfen besetzten Philipps Truppen eins nach dem anderen. Am 11. September 1714, nach Monaten der Belagerung, fand die Schlacht von Barcelona statt, in der viele der Verteidiger der Stadt starben. Kurz nach dem Sieg der bourbonischen Truppen wurden die katalanischen Institutionen abgeschafft.

Seitdem kämpft Katalonien für seine Institutionen, seine politischen Rechte und seine Autonomie. Weiter: 2.2. – Repression in Katalonien unter dem Franco-RegimeZurück

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Beiträge der Sektion ARTiLIT (Kulturmagazin)

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Interessante Links:

Vorschläge für weitere Recherche:

Enzyklopädien:

  • Gran Enciclopèdia Catalana (Katalanisch) (Zugriff 16.08.2015).
  • Diccionari d’Història de Catalunya (1998). Edicions 62. Barcelona. ISBN 84-297-3521-6 (Katalanisch).
  • ENCICLOPEDIA ARAGONESA (Spanisch) (Zugriff 16.08.2015).
  • Deacademic (multilinguale Suche in zahlreichen Enzyklopädien und Worterbüchern).
  • Wikipedia (in zahlreichen Sprachen). Alle Artikel befinden sich dort nicht in allen Sprachen. Außerdem können die Informationen in den verschiedenen Sprachen – je nach jeweiliger Relevanz – sehr unterschiedlich sein.

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